Ehevorbereitung und Eheberatung mit PREPARE/ENRICH

PREPARE/ENRICH ist ein wissenschaftlich erstelltes und erforschtes Programm, das Paaren hilft, die Stärken und Ressourcen der eigenen Beziehung zu entdecken und Wachstumsbereiche nicht unter den Teppich zu kehren. Gemeinsam mit einer speziell dafür ausgebildeten Begleitperson (PREPARE/ENRICH Anbieter) kommen Sie über Ihre Partnerschaft ins Gespräch.

Pfarrer Thomas Binder bietet seit 1996 das in den USA entwickelte Partnerprogramm „Prepare-Enrich“ an. Er hat es in zahlreichen TV-Auftritten  (SWR-Nachtcafe 2002, Talkshow Fliege 2001, ZDF-Drehscheibe 2004, SWR Landesschau 2004, SWR Dokumentation „Der Ehe-TÜV“, 2002) sowie in Radio-Interviews und Printmedien (z.B. Chrisma, 2000) vorgestellt (mehr dazu …).

Dabei lernen Sie viel über Ihre Persönlichkeit, Kommunikationsmuster, Konfliktlösungsstrategien und viele andere Bereiche Ihrer Beziehung – z.B. die Struktur Ihrer Herkunftsfamilien im Vergleich zur Struktur Ihrer eigenen Beziehung.

Diese spannende Entdeckungsreise kann sowohl einige Zeit vor der Hochzeit als auch nach vielen Ehejahren (als eine Art Ehe-TÜV) durchgeführt werden. Es gibt jeweils eigene Versionen dafür.

Was PREPARE/ENRICH nicht kann und will:

  • Ihnen die Freude an Ihrer Partnerschaft nehmen – Sie können nicht „durchfallen“ oder „versagen“
  • Ihnen die Arbeit an Ihrer Beziehung abnehmen – Sie sind und bleiben selbst für sich verantwortlich

und das ist gut so!

Pfarrer Thomas Binder bietet Ihnen gerne ein persönliches Beratungsgespräch an: Tel. 07066-8125

 

 

Der Führerschein fürs Eheglück

Gestern noch verliebt, heute ernüchtert, morgen schon geschieden? Mit neuartigen Testverfahren gelingt es Paarberatern, diese Abwärtsspirale anzuhalten. Am besten, die Brautleute prüfen ihre Beziehung schon vor der Ehe auf Herz und Nieren!

von Christine Holch (chrisma, 10/2000)

Eigentlich ist Mark gar nicht Mirjams Typ. Mirjam (25), die sich bei Familienfeiern von ihrem kroatischen Temperament dazu hinreißen lässt, auf dem Tisch zu tanzen, Mirjam steht eher auf Latin lover. Mark (27) dagegen wirkt auf sie, als sie ihn kennen lernt, ein bisschen stoffelig – ein Bücherwurm. Aber er hat schöne Hände. Und er strahlt solch eine Ruhe aus, dass Mirjam sich unerwartet geborgen fühlt. Da ist es um sie geschehen.Trotzdem wird ihr manchmal kalt in seiner Gegenwart. „Er ist so auf Sparflamme“, klagt sie. Zu ihrem 22. Geburtstag schenkte er ihr elf Rosen. Warum nur die Hälfte? Und während sie ihm Briefchen ins Bett legt und innige Botschaften in den Zeitplaner schreibt, bleibt er ihr die romantischen Liebesbeweise, nach denen sie hungert, schuldig. Enttäuschung. Sie fordert. Er zuckt ratlos die Schultern. Sie weint, lässt sich nicht mehr anfassen. Wie lange wird das gut gehen mit den beiden?

Statistisch gesehen nicht allzu lange. Es könnte Mark und Mirjam gehen wie Hunderttausenden anderer Paare: Sobald die blinde Verliebtheit verflogen ist, merken sie, wem sie den Ring an den Finger gesteckt haben. Zu spät stellen sie jene heiklen Fragen, die sie vor dem Ja heruntergeschluckt haben, um die Euphorie zu verlängern. Sie beißen sich an den Macken des anderen fest. Sie hören auf zu reden und verlieren sich – weil sie eben doch nicht die richtigen füreinander waren, wie sie glauben. Mehr als 37 Prozent der 1999 in Deutschland geschlossenen Ehen werden voraussichtlich scheitern. In Großstädten geht bereits die Hälfte der Ehen kaputt.Mark und Mirjam sind noch immer zusammen – und verliebt. Aber an blindes Verstehen glauben sie nicht mehr. Warum? Weil Mirjam ihren Mark zu einem in Deutschland noch unüblichen Schritt überredet hat: Die beiden ließen ihre Liebe testen. Das Verfahren heißt Prepare. Es ist eine Beziehungsinventur, entwickelt von amerikanischen Sozialwissenschaftlern (siehe Interview). Junge Paare sollen frühzeitig erkennen, weshalb sie Ärger miteinander kriegen könnten. Worüber sie also beizeiten reden sollten. Prepare und ähnliche Tests sind der erste ernst zu nehmende Versuch, die Partnerwahl vom Nebelschleier der Romantik zu befreien – und damit späterem Scheidungselend vorzubeugen. So finden sich die Zahnmedizinstudentin Mirjam und der Theologiestudent Mark vor einem Fragebogen wieder. 165 Aussagen sind da aufgelistet. Zum Beispiel: „Ich befürchte, nach der Heirat mehr Aufgaben im Haushalt machen zu müssen als vereinbart.“ Oder: „Ich zögere manchmal, zärtlich zu meinem Partner zu sein, weil dies oft als sexuelle Annäherung verstanden wird.“ Oder auch: „Ich wünschte, mein Partner würde mir seine Gefühle mehr mitteilen.“Mark und Mirjam machen – getrennt voneinander – hinter jeder Aussage ein Kreuzchen: „Trifft zu“ oder „Trifft überhaupt nicht zu“. Die Fragebögen werden per Computer abgeglichen. Ein Beziehungsprofil zeigt, wo die Stärken des Paares liegen – Sexualität, Kommunikation – und wo die Risse, die sich zum Bruch weiten könnten: Konflikte zu lösen, das gelingt den beiden selten.Dann sitzen sie ihrem freundlichen Prepare-Berater gegenüber. Dem bleiben auch Mirjams romantische Erwartungen nicht verborgen. Völlig überzogen findet er die. „Ich hab das Problem nie bei mir gesehen“, sagt Mirjam kleinlaut, „gut, dass mir mal ein Außenstehender den Kopf gewaschen hat.“ Erst jetzt erkennt sie, wie Mark seine Liebe zeigt: Indem er, der sein Zweitstudium in Rekordzeit abschließen will, ihr Zeit schenkt. Jedes Wochenende hat er mit Mirjam für ihre Prüfungen gebüffelt. „Das war ganz toll“, sagt sie und drückt ihm einen Kuss auf die Wange.

In der kalifornischen Kleinstadt Modesta, wo der voreheliche Prepare-Test und Eheunterstützungs-Kurse seit 1986 angeboten werden, fiel die Scheidungsrate binnen zehn Jahren um rund 30 Prozent. Die Großstadt Kansas City schaffte das gleiche Resultat sogar in zwei Jahren. Viele Paare, die durch den Test erkannten, wie schlecht sie im Grunde genommen miteinander auskommen, nahmen sogar erst einmal von einer Heirat Abstand. Schließlich sagt der Test zu 85 Prozent richtig voraus, welche Paare ein hohes Scheidungsrisiko haben.

Die Kunde davon machte in den USA bald wie ein Lauffeuer die Runde. Vor allem engagierte Pfarrer zeigten sich angetan. Sie waren es leid, seelsorgerisch die Scherben zerbrochener Familien zusammenzukehren. „Viele Kirchen hierzulande“, sagt der Prepare-Experte und Presbyterianer Michael McManus, „sind Heiratsfabriken, die Hochzeiten herunterleiern, ohne einen Gedanken daran zu verwenden, ob die Ehen funktionieren werden oder nicht.“

Inzwischen aber haben sich in 120 amerikanischen Städten die Pfarrer aller christlichen Kirchen zusammengeschlossen – zu einer konzertierten Aktion für das Eheglück: Sie trauen Paare nur noch, wenn die zuvor den Test und ein obligatorisches Konfliktlösungstraining gemacht haben. Ausgehend von den USA rollt nun eine Welle von Ehetrainingsprogrammen auf Europa zu. Prepare wird weltweit bereits in zehn Ländern angewandt, darunter Schweden und seit kurzem auch Deutschland.Einer der engagiertesten Verfechter in Deutschland ist Thomas Binder, ein junger evangelischer Pastor aus Weinsberg bei Heilbronn. Nur „Zeremonienmeister“ zu sein, wie er sagt, war ihm nicht mehr genug. An Prepare schätzt er, dass der Test Paaren unabhängig von ihrem Bildungsgrad neue Perspektiven eröffnet. Wenn die Fragebögen von der Computerauswertung zurück sind, bittet Binder das Paar zu sich. Erzählt den beiden von ihren Stärken. Und sie freuen sich. Dann von den Schwächen.

Da hat ein Bräutigam angekreuzt, dass er sich rundum verstanden fühlt, die Braut aber hat das für sich verneint. Betreten schauen sie Binder an. Ein Grund, die Hochzeit abzusagen? „Nein“, sagt der Pfarrer, „aber ein Grund, an der Beziehung zu arbeiten.“

Scheidungsforscher wissen heute, dass langes Eheglück nicht von möglichst ähnlichen Persönlichkeitsmerkmalen abhängt. Glückliche Paare streiten so viel wie unglückliche. Der Unterschied ist: Glückliche Paare verletzten einander dabei nicht so tief. Ziemlich verschieden sind zum Beispiel Ursula und Thomas (beide 34). Sie haben es bereits ins vierte Ehejahr geschafft. Schon an dem Tag, an dem Thomas diese Frau mit den runden blauen Augen und der herzlichen Stimme kennen lernte, stand für ihn fest: „Die heirate ich!“ Ursula brauchte etwas länger, bis sie für den knuffigen Kerl mit dem herzhaften Witz entflammte, aber schließlich: „Thomas kann so zärtlich sein, er ist ein Kuschler.“

Jetzt stecken die beiden mitten in einer Krise. Das zweite Kind ist unterwegs, das neue Haus macht viel Arbeit, immer laufen Handwerker herum. Streit um Kleinigkeiten. Am Samstag kam es zum Eklat. Er, der Finanzbeamte, ist pingelig – sie, die Arzthelferin, eher genialisch unbeschwert. Als er Brösel in der Besteckschublade entdeckt, geht es mit ihm durch: „Ich fühl mich ja bei den Nachbarn wohler! Da ist es wenigstens sauber!“ Sie keilt zurück: „Der Nachbar ist auch fleißiger als du, der macht samstags keinen Mittagsschlaf!“ Sie möchte am liebsten die Koffer packen.Die beiden sind in schwere See geraten. Aber sie wollen zurückfinden zu dem, was sie vor der Heirat in einem Kurs gelernt haben: fair zu streiten. Der Kurs heißt EPL – „Ein partnerschaftliches Lernprogramm“. Das ist keine Beziehungsinventur wie Prepare, auch keine Ehetherapie, sondern ein ausgefuchstes Kommunikationstraining. EPL wird vor allem von der katholischen Kirche angeboten, zunehmend aber auch von der evangelischen Kirche.Ursula und Thomas lernten, dass es in Ordnung ist, sich über Konkretes zu beschweren: „Es ist kein Benzin im Auto, warum hast du nicht, wie gestern versprochen, getankt?“ Ein wenig anders formuliert, und der selbe Vorwurf klingt vernichtend: „Warum kannst du niemals an irgend etwas denken?“

Ein Streit mit solch ätzendem Auftakt wird kaum versöhnlich enden. Wer nur harsche Vorwürfe abfeuert („Nie hast du Zeit für mich“), zwingt den anderen zu Vergeltungsschlägen. Wer dagegen ein „Ich-Statement“ macht („Ich fühle mich einsam in letzter Zeit“), lässt dem anderen viele Möglichkeiten zur Antwort. Natürlich schreien sich auch glückliche Paare mal an. Aber solange ein Schlagabtausch kurz bleibt, ist er unproblematisch. Kommunikationsexperten können zufriedene und unzufriedene Paare allein an der Länge solcher Duelle unterscheiden. Glückliche Paare steigen nach zwei Runden aus, Paare mittlerer Ehequalität brechen spätestens nach acht fiesen Treffern ab. Bei den anderen eskaliert der Streit zur Generalabrechnung.

Ursula und Thomas treffen sich zur Aussprache. Zuerst spricht sie, er hört ihr zu. Der alte Zwist – er pingelig, sie laissez faire – setzt Ursula gerade sehr zu: „Was ich mache, siehst du nicht.“ Dann spricht Thomas. Erzählt von seiner Angst, dass alles aus dem Ruder läuft. Aber neulich hat er überzogen, das ist ihm jetzt klar. Und er macht ihr ein Angebot, ein Rettungsangebot für ihr Liebe. Ursula aber zweifelt noch. . .Eine Studie der deutschen EPL-Erfinder bewies: Drei Jahre nach dem Training hatten sich nur neun Prozent der Paare getrennt. In der Kontrollgruppe, die keinen Kurs absolviert hatte, waren es 22 Prozent. Das Training baut auf den Erkenntnissen von John Gottman auf, einem der führenden Beziehungsforscher. Der Professor für Psychologie an der Universität von Washington in Seattle hat Hunderte von Paaren in seinem „Ehe-Labor“ beobachtet. So kommt er zu dem Schluss: Eine Ehe scheitert nicht wegen Streitigkeiten, sondern aus mangelnder Freundschaft.

Ja, tatsächlich: Freundschaft. Und die drückt sich weniger in romantischen Reisen oder überschwänglichen Geschenken aus als in den kleinen Aufmerksamkeiten, tagein, tagaus: Wenn er ein Gespräch mit einem wichtigen Kunden hatte, ruft sie ihn hinterher an und fragt, wie es lief. Und wenn sie länger arbeiten muss, nimmt er ihre Lieblingsserie auf Video auf, ungefragt.

Kleine Tipps, große Wirkung. Rüstzeug für Ehegebeutelte gibt es inzwischen genug. Egal, ob Prepare, EPL oder vergleichbare Angebote – Scharen von Helfern und Buchverlagen machen sich daran, Paare miteinander im Gespräch zu halten und so dem Abrutsch in Feindseligkeit vorzubeugen. Ihre Methoden sind unspektakulär, aber die Erfolge weisen einen Weg aus der Scheidungsfalle. Sie geben den Paaren, die unter dem Anspruch ächzen, einander lebenslang glücklich machen zu müssen, simple Werkzeuge an die Hand – fast so etwas wie einen Führerschein für die Liebe.Mark und Mirjam sind nun im zweiten Ehejahr. Sie hat gelernt, seine versteckten Liebesbeweise wahrzunehmen. Und er versucht, mehr auf seine Gefühle zu hören. „Ich war ziemlich abgestumpft“, sagt er nachdenklich. Er weiß jetzt, was Mirjam braucht. Schmusen zum Beispiel. „Sicher, das ist noch ein bisschen antrainiert“, meint Mirjam und schaut ihn schelmisch an, „aber ich schätze sehr, dass er sich Mühe gibt.“

TEXT CHRISTINE HOLCH

FOTOS GUNNAR KNECHTEL

 

 

 

„Wir messen nicht die Liebe“

Wie Ehetests es vermeiden, dem Schicksal ins Handwerk zu pfuschen.  Ein Gespräch mit dem Erfinder

Professor David Olson, ist Familien- und Sozialwissenschaftler an der Universität von Minnesota und Hauptentwickler von Prepare

Herr Professor Olson, der von Ihnen entwickelte Prepare-Test misst die Übereinstimmung zwischen den Brautleuten. Muss ein Paar etwa eine Mindestpunktzahl erreichen, um eine einigermaßen glückliche Ehe zu führen?

Es gibt keinen fixen Wert für alle Paare. Wir beobachten verschiedene Typen von vorehelichen Paaren. Es gibt zum Beispiel die vitalen Paare: Die können gut miteinander diskutieren und über Gefühle reden, ihnen ist Gleichberechtigung in der Partnerschaft sehr wichtig, sie haben viel Übereinstimmung.

Bedeutet das, dass alles wunderbar laufen wird?

Eine hohe positive Übereinstimmung von mindestens 80 Prozent heißt nur, dass das Paar ein geringeres Scheidungsrisiko hat. Auch diese Paare werden natürlich Probleme bekommen, aber sie haben gleichzeitig bessere Ressourcen, sie zu bewältigen. Dann gibt es noch die traditionellen Paare. Sie sind schon vor der Heirat nicht mit allen Gewohnheiten ihres Partners zufrieden. Sie reden ungern über Gefühle und können mit Konflikten nicht gut umgehen. Aber sie haben auch Stärken: Sie haben realistische Erwartungen an die Ehe, sie können gut Entscheidungen treffen und für die Zukunft planen.

Das kann also trotzdem eine zufriedene Ehe werden?

Ja, es kann. Das höchste Scheidungsrisiko haben die angespannten, konfliktbeladenen Paare, denn sie stimmen schon heute in vielen Fragen nicht überein. Manche haben nur eine Übereinstimmung von 30 Prozent.

Was sagen Sie denen nach dem Test?

Einem Konfliktpaar würde ich sagen: Es gibt viele Themen, über die Sie sprechen sollten. Wir brauchen also mehr Nachfolgetreffen, damit Sie lernen, mit diesen Problemen in Zukunft besser umzugehen.

Sie raten diesen Paaren also nicht von einer Heirat ab?

Nein, wir sagen ihnen so was nicht direkt. Aber im Beratungsprozess passiert es oft, dass die bestehenden Probleme nicht gelöst werden und immer neue Konfliktthemen auftauchen, so dass die Paare frustriert sind. Dann sagen viele: Vielleicht ist das doch nicht die richtige Beziehung. Aber darauf kommen sie von alleine. Zwischen zehn und 25 Prozent der Paare heiraten dann nicht.

Sie hoffen, dass der Test die Paare anhält, konstruktiv miteinander zu reden. Folgen die Partner denn wirklich alle Ihrem Rat?

Nein, leider erlernt ausgerechnet von den Konfliktpaaren nur rund die Hälfte die nötigen Kommunikations- und Problemlösefertigkeiten. Aber von den anderen sind es immerhin fast 80 Prozent.

Was halten Sie von der Ansicht, dass Gott Liebespaare zusammenfügt und dass man ihm nicht ins Handwerk pfuschen sollte?

Unser Ziel ist nicht, das Paar von der Hochzeit abzuhalten. Wir wollen ihm vielmehr helfen, eine möglichst gute Beziehung zu erreichen.

Aber ist Liebe nicht auch etwas Geheimnisvolles, das man nicht per Computer auswerten kann?

Wir messen ja nicht die Liebe. Liebe ist kein gutes Kriterium, ob eine Ehe erfolgreich wird oder nicht. Liebe allein reicht nicht. Was zur Vorhersage taugt, ist die Qualität der Beziehung: Wie gut kommunizieren die beiden, wie gut können sie Probleme lösen? Daran arbeiten wir mit ihnen.

Viele amerikanische Pfarrer haben den Test zur Pflicht gemacht, bevor sie ein Paar trauen. Was halten Sie von diesem Zwang?

Oft sind gerade die Paare, die den Test und das Training am meisten bräuchten, daran am wenigsten interessiert. Freiwillig würden sie wohl nicht teilnehmen.

Denen würde ein bisschen Druck von außen also gut tun?

Schon, doch andererseits gibt es Paare, die hoch motiviert sind, an ihrer Beziehung zu arbeiten, aber wenn sie dazu gezwungen werden, entwickeln sie große Widerstände gegen den Test und profitieren deshalb weniger davon. Die Verpflichtung hat also Vor- und Nachteile. Ich habe da sehr gemischte Gefühle.

Die Fragen stellte Christine Holch. Professor David Olson, ist Familien- und Sozialwissenschaftler an der Universität von Minnesota und Hauptentwickler von Prepare

 

ANSPRECHPARTNER

Die Evangelische Konferenz für Familien- und Lebensberatung e.V. (EKFuL) hat ein Verzeichnis aller kirchlichen Beratungsstellen für Ehe- und Lebensfragen herausgegeben. Kontakt: EKFuL, Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin, Telefon: 030/28303927/28, Fax: 030/28303926

EPL steht für „Ein partnerschaftliches Lernprogramm“. Das Kommunikationstraining wurde von dem Braunschweiger Psychologieprofessor Kurt Hahlweg und dem Institut für Forschung und Ausbildung in Kommunikationstherapie entwickelt. EPL ist nicht zu verwechseln mit den klassischen katholischen Eheseminaren. Zunehmend bieten auch evangelische Institutionen den Kurs an. Die Teilnahme ist konfessionsunabhängig. Eine Liste aller Anbieter gibt es bei der Arbeitsgemeinschaft katholischer Familienbildung, Mainzer Str. 47, 53179 Bonn (frankierten Rückumschlag beilegen), Telefon: 0228/371877; Internet: www.akf-bonn.de/kommunikation.html

PREPARE Der Test für Heiratswillige wurde von amerikanischen Wissenschaftlern entwickelt. Nach Deutschland brachten ihn Adventisten, es lassen sich aber auch immer mehr Therapeuten und evangelische Pfarrer zum Prepare-Berater ausbilden. Ansprechpartner sind: Andreas und Carol Bochmann, Jahnstraße 11, 15366 Neuenhagen, Telefon: 03342/247676, Fax: 03342/247678; Internet: www.prepare-enrich.de

 

BUCHTIPPS

Wissenschaftlich fundierte Ratgeber:

John M. Gottman Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe Econ Ullstein List Verlag, München 2000, 319 Seiten, 39,90 DM

Joachim Engl, Franz Thurmaier Wie redest du mit mir? Fehler und Möglichkeiten in der Paarkommunikation. Herder-Verlag, Freiburg, 1999, 154 Seiten, 16,80 DM

Kurt Hahlweg U.A. Partnerschaftsprobleme: Möglichkeiten zur Bewältigung Ein Handbuch für Paare. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg, 1999, 143 Seiten, 29,90 DM