Die Kirchengemeinde Fürfeld (ca. 950 Gemeindeglieder) umfasst den Stadtteil Fürfeld der Stadt Bad Rappenau. Kirchlich gehörte Fürfeld zur Nachbargemeinde Bonfeld. Die Herren von Gemmingen errichteten dann eine eigene Pfarrei. Eine Kirche zum Hl. Kreuz kam 1430 an die Stiftskirche St. Peter, die sie an die Herren von Gemmingen verkaufte. Sie diente bis ins 19. Jahrhundert als Pfarrkirche und wurde nach dem Neubau der Evangelischen Kirche 1873 profaniert. Die von Albert Barth erbaute heutige Kirche wurde in den 1950er und 1960er Jahren innen und außen renoviert.

Fürfeld im Besitz der Herren von Helmstatt

Im Jahr 1427 wurde Peter von Helmstatt vom Hochstift Worms mit den drei Burgen in Fürfeld, Bonfeld und Treschklingen belehnt. DieEdelknechte von Fürfeld hatten unterdessen keinen nachweisbaren Besitz mehr am Ort, ihre Spuren verlieren sich im Zabergäu mit Kilian von Fürfeld, der letztmals in einem Urfehdebrief von 1471 erwähnt wird. Die Kapelle des Ortes ersetzte man im 15. Jahrhundert unterReinhard von Helmstatt durch einen spätgotischen Neubau. Diese dem heiligen Kreuz geweihte Kirche wurde nur von einem Kaplanversorgt, sie war Filiale der Pfarrkirche in Bonfeld. 1496 beklagte sich der Pfarrer von Bonfeld, dass die Bewohner aus Fürfeld die Mutterkirche nur selten besuchten und dass der Ritter den Kaplan zum Predigen ermuntere.[3] Reinhards Söhne, Sebastian und Burkhardt von Helmstatt, verkauften am 21. April 1516 ihren Fürfelder Besitz an die drei noch unter Vormundschaft stehenden Söhne Dietrich († 1526), Wolf († 1555) und Philipp († 1544) des 1515 verstorbenen Pleikard von Gemmingen.

Reformation unter Philipp von Gemmingen

1518 fiel Fürfeld durch Erbteilung an Philipp von Gemmingen, der spätestens seit 1520 der Lehre Luthers zugetan war. 1521 wurde die Kaplanei in Fürfeld zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Der von Philipp berufene Martin Germanus war ihr erster Pfarrer. Mit seiner Berufung sind die Anfänge der reformatorischen Predigt in Fürfeld schon für das Jahr 1521 bezeugt.[4] Philipp war es auch, der das burgartige Rittergut von 1519 bis 1535 zum Schloss Fürfeld umbauen ließ. Nach seinem Tod fiel Fürfeld 1544 an seinen Neffen Pleikard von Gemmingen (1536–1594). Dieser ließ das Schloss weiter ausbauen und erlangte 1593 die Hohe Gerichtsbarkeit über den Ort. Das Alte Pfarrhaus in Fürfeld datiert auf 1589. Der Ort war bis ins 20. Jahrhundert praktisch rein evangelisch.

Württembergischer Grenzort

Die Ortsmitte von Fürfeld um 1820, Zeichnung von Christoph Ludwig Yelin

Die Oberlehensherrschaft des Bistums Worms endete im Jahr 1802. Fürfeld fiel nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt und durch die Rheinbundakte von 1806 als selbstständiger Ort an das Königreich Württemberg, in dem es zunächst zum Oberamt Kirchhausen, ab 26. April 1808 zum Oberamt Heilbronn gehörte. Da Fürfeld württembergischer Grenzort zum Großherzogtum Baden war, wurden außerhalb der mittelalterlichen Siedlungsgrenzen ein Zollamt und eine Poststation unterhalten.

Das Fürfelder Zollamt entfiel nach der Errichtung des Deutschen Zollvereins, das Zollgebäude wurde zum Gasthof umgenutzt und ist heute noch als Gasthof Traube erhalten. Mit der Aufnahme der Neckardampfschifffahrt und dem Bau von Eisenbahnverbindungen sank der Straßenverkehr in Fürfeld zur Bedeutungslosigkeit ab. 1860 wurde die Poststation ins stärker bevölkerte benachbarte Bonfeld umquartiert. Das alte Posthaus wurde 1870 zum Pfarrhaus, einige der zur Poststation gehörenden Grundstücke wurden 1871/73 mit der neogotischen evangelischen Kirche überbaut.